Buch / Idee: Pia Niederwimmer
Ein Haus wird nur für ein Leben gebaut, ein Grab aber für die Ewigkeit.
Ein Volk wird daran gemessen, wie es mit seinen Toten umgeht. (Perikles)
In Madagaskar werden die sterblichen Überreste von Tante Ionisoa oder Onkel Malike alle
paar Jahre wieder ausgegraben und gerne mal im Bus transportiert. Auf dem indonesischen
Eiland Sulawesi werden Kinderleichen in hohen Bäumen bestattet, damit ihre Seelen mit den
Bäumen weiterwachsen können. Aber auch in westlich geprägten Ländern treibt der Totenkult
seltsame Blüten. Selbst die Beisetzung ist Trends unterworfen. In einer Wald-, Diamant-,
Weltall-, Luft-, Baum- oder Öko-Bestattung wird die Individualität nach dem Ableben ausgedrückt.
In einer Dokumentationsreihe wollen wir verschiedenen außergewöhnlichen Totenkulten
nachgehen und auch hinterfragen, wie sich diese wandeln.
Egal ob Gevatter Tod nun sarkastisch verklärt wird wie in Wien, oder ob Beerdigungen in
großen Festen ausufern wie in Indonesien: In den verschiedenen Totenkulten manifestiert
sich die Ehrfurcht vor dem Leben und die Ungewissheit über unser Sein nach dem irdischen
Leben.
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